Geflügel Eine globale Branche im Wandel

Geflügel Eine globale Branche im Wandel

Geflügel — Eine globale Branche im Wandel

Seit den 1970er Jahren hat die Geflügelindustrie eine der dramatischsten Veränderungen im globalen Lebensmittelsystem erlebt. Was einst ein relativ kleiner Sektor der Landwirtschaft war, hat sich zur weltweit am schnellsten wachsenden Quelle für tierisches Protein entwickelt. Tatsächlich stieg die weltweite Hühnerfleischproduktion zwischen 1970 und 2020 um mehr als 800 Prozent, was auf tiefgreifende Veränderungen der landwirtschaftlichen Praktiken, der Verbrauchernachfrage und des internationalen Handels zurückzuführen ist.

Eine Verschiebung der globalen Proteinpräferenzen

Während eines Großteils des 20. Jahrhunderts dominierte rotes Fleisch die Ernährung in vielen Teilen der Welt. Geflügel hat jedoch in mehreren wichtigen Märkten Rind- und Schweinefleisch stetig überholt. Dieser Wandel wurde durch die Erschwinglichkeit vorangetrieben, da für die Hühnerproduktion im Vergleich zu Rindern und Schweinen weniger Futter, Wasser und Land benötigt werden. Sie wurde auch von Gesundheitsvorstellungen beeinflusst, da die Verbraucher Geflügel zunehmend als eine schlankere und gesündere Alternative zu rotem Fleisch betrachten. Seine Anpassungsfähigkeit in der Küche hat seinen weltweiten Aufstieg weiter gefestigt, da Hühnchen von Natur aus in verschiedene Kochtraditionen und diätetische Einschränkungen passt.

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Regionale Wachstumsmuster

Die Geschichte des Geflügels ist auch von regionaler Vielfalt. In Nordamerika und Europa hat sich die Branche stark industrialisiert und verfügt über umfangreiche Betriebe und vertikal integrierte Lieferketten. Hühnchen ist heute das am meisten konsumierte Fleisch in den Vereinigten Staaten und übertraf in den 1990er Jahren Rindfleisch. In Europa treibt die Erschwinglichkeit den Konsum weiter an, während die Nachfrage nach Bioprodukten und Produkten aus Freilandhaltung gestiegen ist, während gleichzeitig das Bewusstsein der Verbraucher für Nachhaltigkeit und Tierschutz gestiegen ist.

In Asien haben die schnelle Urbanisierung und das Einkommenswachstum zu einem Anstieg des Geflügelkonsums geführt, insbesondere in China und Indien, während Hühnchen in Südostasien fest in der Streetfood-Kultur und in der Hausmannskost verwurzelt sind. Lateinamerika hat sich zu einem führenden Produktionsstandort entwickelt, wobei Brasilien dank seines reichhaltigen Getreideangebots und seiner starken Infrastruktur zu den weltweit führenden Exporteuren von Hühnchen gehört. Der afrikanische Geflügelmarkt erzählt dagegen eine komplexere Geschichte. Der Konsum steigt, aber die lokale Produktion hat oft Schwierigkeiten, die Nachfrage zu decken, was zu erheblichen Importen, insbesondere von Tiefkühlhuhn, führt. Gleichzeitig investieren viele afrikanische Länder in die Entwicklung der heimischen Industrie, um die Abhängigkeit von Importen zu verringern und die Ernährungssicherheit zu erhöhen.

Die Rolle von Technologie und Innovation

Technologie und Innovation haben eine entscheidende Rolle bei der weltweiten Expansion von Geflügel gespielt. Fortschritte in der Zucht, der Futtereffizienz und der tierärztlichen Versorgung haben die Produktivität verändert und es den Landwirten ermöglicht, mit weniger Ressourcen mehr Vögel zu züchten. Moderne Geflügelbetriebe sind weit von ihren Pendants aus den 1970er Jahren entfernt und verlassen sich auf Genetik, Automatisierung und Präzisionslandwirtschaftstechniken, die die Kosten senken und gleichzeitig für Kontinuität sorgen. Diese Verbesserungen haben es den Produzenten ermöglicht, mit dem Bevölkerungswachstum und der steigenden Nachfrage nach erschwinglichem Protein Schritt zu halten.

Herausforderungen und zukünftige Richtungen

Der Erfolg der Branche geht jedoch mit Herausforderungen einher. Ökologische Nachhaltigkeit ist zu einem dringenden Problem geworden, und die Treibhausgasemissionen, der Wasserverbrauch und die Abfallwirtschaft werden immer genauer unter die Lupe genommen. Der Tierschutz bestimmt zunehmend sowohl die Regulierung als auch die Erwartungen der Verbraucher. Viele Käufer entscheiden sich für Produkte, die als käfigfrei, aus Freilandhaltung oder aus biologischem Anbau gekennzeichnet sind. Mit Blick auf die Zukunft deutet der Anstieg alternativer Proteine — von pflanzlichen Ersatzstoffen bis hin zu Hühnchen aus Laborhaltung — darauf hin, dass sich der Wettbewerb auf dem Proteinmarkt nur noch verschärfen wird.

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